Vereinigte Staaten von Amerika

Vernachlässigbar wärmeentwickelnde Abfälle

Derzeit gibt es drei lizenzierte, kommerziell betriebene Endlager für schwach radioaktive Abfälle. Diese Endlager befinden sich in Barnwell (South Carolina), Richland (Washington) und Clive (Utah). Vier Endlager wurden von 1975 – 1978 sowie 1992 geschlossen. Das  Endlagerkonzept sieht in den Untergrund eingelassene Betonwannen vor, die nach der Befüllung mit einem Betondeckel und Erde abgedeckt werden.
Ein weiteres kommerziell betriebenes Endlager für schwach radioaktive Abfälle wurde in Andrews County (Texas) zugelassen und wird voraussichtlich ab Ende 2011 oder 2012 Abfälle annehmen.
Das Department of Energy (DOE) der US-Bundesregierung betreibt ferner auf dem ehemaligen Versuchsgelände für Kernwaffen Nevada Test Site ein oberflächennahes Endlager für Abfälle aus militärischen Anlagen.
Mit der Waste Isolation Pilot Plant (WIPP) betreibt DOE auch ein tiefes geologisches Endlager für Transuranabfälle aus militärischen Anlagen. Das Endlager wurde in einer Tiefe von 650 m in einer Salz¬formation in der Nähe von Carlsbad (New Mexiko) errichtet und 1999 in Betrieb genommen. Die Ein¬lagerungskapazität beträgt ca. 180.000 m³.

Wärmeentwickelnde Abfälle

Das Yucca Mountain Endlager (Nevada) sollte im ungesättigten Vulkangestein des Miozän ca. 160 km nordwestlich von Las Vegas Nevada eingerichtet werden. Mit der Streichung aller Finanzmittel im Haushaltsplan der Regierung im Jahr 2011 wurde das Ende von Yucca Mountain besiegelt.
Die US-Regierung gründete "The Blue Ribbon Commission (BRC)“ über die nukleare Zukunft Amerikas. Die BRC soll nach umfassender Überprüfung Empfehlungen für den Präsidenten aufstellen. Der offizielle Entwurf des Berichts wurde am 29. Juli 2011 veröffentlicht.

Kanada

Derzeit wird der Standort Kincardine (Ontario) in der Nähe eines Kraftwerkskomplexes auf seine Eignung für ein geologisches Endlager für schwach- und mittelradioaktive Abfälle untersucht. Das Endlager soll in einer Tiefe von ca. 660 m in Sedimentgesteinen errichtet werden, um die Betriebs- und Stilllegungsabfälle von Kernkraftwerken aufzunehmen.
Die kanadische Nuclear Waste Management Organization (NWMO) hat einen Standortauswahlprozess für ein Endlager für abgebrannte Brennelemente eingeleitet. Der Prozess beinhaltet die Entwicklung eines ausgedehnten Infrastrukturprojektes unter Einbeziehung einer gut informierten und aufgeklärten Gemeinde.

Argentinien

In Argentinien wird seit 1971 das oberflächennahe Endlager Ezeiza in der Provinz Buenos Aires für schwachradioaktive Abfälle betrieben. Das Endlager besteht aus zwei Beton­wannen, drei Becken mit Ionentauschern für flüssige Abfälle mit sehr kurzen Halbwertszeiten und zwei Kavernen für umschlossene radioaktive Quellen und Strukturteile. Derzeit ist die Endlagerung von Abfällen ausgesetzt, um das Ergebnis der laufenden Neubewertung der Standortsicherheit abzuwarten. Es ist geplant, am selben Standort ein neues Endlager für schwach- und mittelradioaktive Abfälle zu errichten.