Endlagerung

Allgemeines

In Deutschland werden lediglich die radioaktiven Abfälle in vernachlässigbar wärmeentwickelnde und wärmeentwickelnde Abfälle unterteilt. Bei den Abfällen mit vernachlässigbarer Wärmeentwicklung  liegt die Wärmeabgabe pro Abfall-Gebinde im Milliwattbereich. Durch diese geringe Wärmeabgabe wird die Temperatur des umgebenden Gesteins, des Wirtsgesteins, erhöht. Bei wärmeentwickelnden Abfällen liegt die Wärmeabgabe dagegen im Kilowatt-Bereich, was Temperaturerhöhungen von mehr als hundert Grad im unmittelbar angrenzenden Wirtsgestein bewirken kann. Deshalb, und um den verfügbaren Endlager-Hohlraum auszunutzen und so die Kosten der Endlagerung zu minimieren, werden wärmeentwickelnde Abfälle über einige Jahrzehnte zum Abkühlen oberirdisch zwischengelagert.

Zu den vernachlässigbar wärmeentwickelnden radioaktiven Abfällen gehören u. a. Filter und Hilfsmittel, Chemieabwässer, Schlämme / Suspensionen, Reinigungsmaterialien und kontaminierte Metalle / Nichtmetalle. Wärmeentwickelnde radioaktive Abfälle sind vor allem die für die Direkte Endlagerung vorgesehenen ausgedienten Brennelemente sowie verglaste radioaktive Abfälle aus der Wiederaufarbeitung deutscher Brennelemente in Frankreich und England.

Die radioaktiven Abfälle werden zunächst in ihrem Volumen soweit wie möglich verringert (konpaktiert) und anschließend in eine endlagergerechte Form und Verpackung gebracht, d. h. konditioniert.

Radioaktive Abfälle mit vernachlässigbarer Wärmeentwicklung: Flüssige radioaktive Stoffe werden z. B. durch Verdampfen der Flüssigkeit konzentriert, feste radioaktive Stoffe zerkleinert und gepresst bzw. ggf. zu Asche verbrannt. Anschließend werden die Abfälle in Fässer oder Container aus Stahl bzw. Beton verpackt, die für die Endlagerung geeignet sind.

Wärmeentwickelnde Abfälle: Z. Zt. erfolgt bei den für die Direkte Endlagerung vorgesehenen Brennelementen keine Volumenreduzierung, d. h. die Brennelemente werden in Castor-Behältern eingebracht und zwischengelagert. Die aus der Wiederaufarbeitung stammenden verglasten, in einer Edelstahlkokille verpackten Abfälle werden ebenfalls in Castor-Behältern zwischengelagert. Für die Endlagerung werden die Abfälle voraussichtlich in so genannte Pollux-Behälter umgepackt. Diese ähneln den Castor-Behältern, werden jedoch nicht wieder verwendet.

Vom BfS werden jährlich der Bestand an unbehandelten radioaktiven Reststoffen sowie der Anfall und Bestand an konditionierten radioaktiven Abfällen ermittelt.

Prognosen über das zu erwartende Abfallaufkommen gehen von einem kumulierten Abfallgebindevolumen vernachlässigbar wärmeentwickelnder Abfälle von ca. 277 000 m³ bis zum Jahre 2040 und für wärmeentwickelnde Abfälle von einem kumulierten Volumen von ca. 29.000 m³ aus (Prognose BfS: Stand Ende 2007).