Geschichtliche Entwicklung

Bei Erdölbohrungen wurde 1933 zufällig die vor ca. 150 Mio. Jahren entstandene Eisenerzlagerstätte entdeckt. Von 1937 bis 1943 wurde dieses Erzvorkommen durch Erkundungsbohrungen untersucht und schließlich durch das Abteufen der beiden Schächte Konrad 1 und Konrad 2 von 1957 bis 1962 erschlossen. Die Förderung des Erzes in größeren Mengen startete1965 und wurde 11 Jahre später aus wirtschaftlichen Gründen eingestellt. Insgesamt wurden in der Grube Konrad über 6,7 Millionen Tonnen Eisenerz abgebaut.

Danach wurde die Gesellschaft für Strahlen- und Umweltforschung mbH (GSF) vom Bund beauftragt, ein wissenschaftliches Erkundungs- und Untersuchungsprogramm durchzuführen mit der Frage, ob die Schachtanlage Konrad für ein Endlager für radioaktive Abfälle geeignet ist. Im Rahmen dieser Erkundung wurden von 1976 bis 1982 geologische Bohrungen, seismische Messungen und geotechnische Untersuchungen durchgeführt und ausgewertet. Das Ergebnis: die Eisenerzlagerstätte bietet u. a. auf Grund der Tiefenlage von ca. 1.000 m und der guten Abdichtung gegen oberflächennahe Grundwässer durch mächtige Ton- und Mergelsteine gute Voraussetzungen für die Endlagerung radioaktiver Abfälle mit vernachlässigbarer Wärmeentwicklung.

Auf dieser Basis wurde vom Bund im August 1982 das atomrechtliche Planfeststellungsverfahren zum Bau eines Endlagers eingeleitet. Von 1983 bis 1990 wurde neben der weiteren systematischen Erkundung des Standortes und der Begutachtung des Vorhabens durch Sachverständige der Sicherheitsbericht "Plan Konrad" erarbeitet. Auf die Auslegung der Unterlagen in der Öffentlichkeit folgten knapp 290.000 Einwände, die von September 1992 bis März 1993 unter Leitung der Genehmigungsbehörde - dem Niedersächsischen Umweltministerium (NMU) – behandelt wurden. Bis 1998 hatte die Planfeststellungsbehörde den Entwurf eines Planfeststellungsbeschlusses erarbeitet.

Im Mai 2002 wurde nach fast zwanzigjähriger Verfahrensdauer der Planfeststellungsbeschluss für die Umrüstung und den Betrieb der Schachtanlage Konrad als Endlager für radioaktive Abfälle erteilt. Nach fünfjähriger Klagephase wurde dieser vom Niedersächsischen Oberverwaltungsgericht bestätigt.