Geschichtliche Entwicklung

Bis Anfang der 20er Jahre wurde in Morsleben Kalisalz gefördert, anschließend bis Ende der 60er Jahre Steinsalz. Nach Einstellung der Förderaktivitäten wurde das Bergwerk 1970 von Kernkraftwerksbetreibern der ehemaligen DDR zur Errichtung eines Endlagers für schwach- und mittelradioaktive Abfälle erworben.

Während des Krieges wurde das Bergwerk als Produktionsstätte für Rüstungsgüter und von 1958 bis 1984 für Geflügelmast genutzt. Ein Teil der Arbeitskräfte stammte aus dem KZ Neuengamme. 

Die Einlagerung von radioaktiven Abfällen startete 1971, bevor 1978 ein dreijähriger Probebetrieb des Endlagers begann. 1981 wurde schließlich der auf fünf Jahre befristete Betriebsgenehmigung erteilt, die 1986 durch die noch heute geltende Dauerbetriebsgenehmigung ersetzt wurde.

Im Zuge der deutschen Wiedervereinigung ging das Endlager Morsleben in das Eigentum der Bundesrepublik Deutschland über. Die DBE wurde 1990 vom Bundesamt für Strahlenschutz in Salzgitter mit der Betriebsführung des Endlagers Morsleben beauftragt. 1991 fanden umfangreiche Sicherheitsüberprüfungen statt. Im Ergebnis der Untersuchungen und nach Klärung juristischer Fragen vor dem Bundesverwaltungsgericht wurde der im Februar 1991 unterbrochene Einlagerungsbetrieb im Januar 1994 mit neuer Fahrzeugtechnik und modifizierten Abfallgebinden wieder aufgenommen.

1992 hat das Bundesamt für Strahlenschutz den Antrag gestellt, ein atomrechtliches Planfeststellungsverfahren für den Weiterbetrieb einzuleiten – dieser wurde 1997 ausschließlich auf die Stilllegung beschränkt.

Am 25. September 1998 wurde die Einlagerung beendet, nachdem zuvor das Oberverwaltungsgericht des Landes Sachsen-Anhalt einem Eilantrag des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), Landesverband Sachsen-Anhalt, teilweise stattgegeben hat.