Salzhalde in Gorleben mit Drohne vermessen

Was sonst fünf Tage dauert ist in zwei Stunden erledigt.

Um die Oberfläche der Salzhalde in Gorleben einschließlich des Haldenskörpers zu vermessen, wurden jetzt zwei innovative Verfahren eingesetzt. Erstmals wurde eine Drohne zur Befliegung des etwa 7,5 Hektar großen Außengeländes genutzt. Ausgerüstet war sie mit einer Digitalkamera und einem GPS sowie einer Datenverbindung per Funk zum Steuer- und Datenerfassungsystem.

Innerhalb von nur etwa zwei Stunden war die Befliegung mit einer Flughöhe von ca. 60 m erledigt und 915 Aufnahmen der Geländeoberfläche "im Kasten". Mit herkömmlichen Methoden hätte es etwa fünf Tage gedauert!

Soweit zur ersten Innovation: Bisher wurden Luftbilder zu vermessungstechnischen Zwecken fast ausschließlich mit Spezialflugzeugen und –kameras aus großen Höhen durchgeführt. Entsprechend der Flughöhe ist der Aufwand relativ hoch - somit lohnte sich die Befliegung kleiner Objekte bisher kaum.

Bei der Auswertung kam die zweite Innovation zum Zuge: Eine Software, die automatisch identische Punkte in den aufgenommen Bildern erkennt, herausfiltert und mittels der durch das GPS ermittelten Koordinaten des jeweiligen "Kamerastandpunktes" die zugehörigen Koordinaten ermittelt.

Und das mit einer Genauigkeit, die so manch altgedienten Vermessern ein "alle Achtung" abgerungen hat. Immerhin liegt sie bei ca. 5 cm! Den Rest erledigt dann die für den Vermesser altbekannte Photogrammetrie.

Genutzt wird das so ermittelte Modell der Salzhalde zur Aktualisierung des Tageriss im markscheiderischen Risswerk und der Bestandspläne. Gleichzeitig dient es als Grundlage für Planungsarbeiten im Zuge der Rückbaumaßnahmen. Auch Aussagen über Zustand und Standsicherheit des Haldenkörpers werden möglich.